
KAGes Österreich-Pionier für Schnittstellenmanagement
Eine kürzere Verweildauer der Patienten im Spital zu erreichen, aber auch die kostengünstigste und familienfreundlichste Form der Nachbetreuung nach Krankenhausaufenthalten zu finden. Das ist die Aufgabe der Pflegemediation, für welche die steirische Krankenanstaltengesellschaft KAGes und dort wiederum das LKH Hartberg Österreichweit Pionierdienste leisten. Nach der erfolgreichen Implementierung im oststeirischen Spital wurden die überaus positiven Erfahrungen nun in Form einer Weiterbildung sowohl an Mitarbeiter anderer KAGes – Spitäler wie auch an KollegInnen von anderen Spitalsträgern weiter gegeben.
„Allein im Jahr 2010 wurden am LKH Hartberg 1.699 Patienten unter Einsatz von Pflegemediation entlassen", berichtet Pflegedirektorin Brigitte Hahn. „Das waren 35 Prozent der Patienten unserer Internen und 12 Prozent all jener Patienten, welche wegen chirurgischer Eingriffe bei uns waren. Schließlich hat ja nicht jeder Patient diesbezüglichen Bedarf." Die überaus positiven Erfahrungen vom Österreichpionier wurden nun in Form einer Weiterbildung, welche am 10. Juni ihren feierlichen Abschluss findet, an andere Spitäler und Spitalsträger weiter gegeben. Denn Ziel der Pflegemediation ist es, die sinnvolle Nachbetreuung nach Spitalsaufenthalten auf fachlich gesicherter Basis nicht nur zu definieren, sondern auch in die Wege zu leiten. In gemeinsamen Gesprächen mit Patienten und Angehörigen wird diese dann definiert und festgelegt, sowohl den Patienten wie auch den Angehörigen steht auch danach eine telefonische Nachbetreuung zur Verfügung.
„Andere diskutieren noch über Schnittstellenmanagement, wir machen es", resümiert KAGes – Vorstand Dr. Werner Leodolter. Und gibt auch die Parameter für den Erfolg vor: „Den Patienten und Angehörigen geht es besser, weil Sie die Sicherheit haben, den richtigen Weg zu gehen und auch die Sicherheit jemanden kontaktieren zu können, wenn sie Hilfe wünschen. Und das System erhöht seine Effizienz durch die geringere Verweildauer im Spital und auch danach!" Vergleichszahlen zeigen nämlich, dass in anderen Bereichen knapp 18 Prozent der Spitalsentlassenen in die Langzeitpflege müssen, während dies unter jenen Patienten, welche vom LKH Hartberg unter Einsatz von Pflegemediation entlassen wurden nur 5 Prozent sind!